Es wird wieder Zeit für Anstand und Respekt

Als ich letzten Freitag meinen Wochenendeinkauf erledigt, sprach mich ein mir bekanntes Paar an, gratulierte mir zur Kandidatur und wir

kamen ins Erzählen. Nach einiger Zeit erzählte Er mir eine kurze Story: Er war Radfahren am Werbeliner See und ihm kam auf seiner Seite ein Rollschuhfahrer entgegen. Um nicht zu kollidieren wich er aus und wies den Rollschuhfahrer höflich auf die falsche Seite hin. Darauf erntete er ein „Halt die Fresse Du Arschloch, sonst knallt‘s.“ Kennen Sie diese Situation? Wir haben den Eindruck, dass unsere Welt verroht und keiner mehr vor irgendwem Respekt zeigt.

 

Ich habe über diese Situation nachgedacht und bin mir am Ende noch gar nicht mal so sicher, ob früher wirklich mehr Anstand und Respekt herrschten. Wir verfügen heute einfach über viel mehr Informationen. Aber macht es das besser? Ist es tröstlich, dass es früher auch nicht besser war?

 

Nein. Und wie kann es nun besser werden? Der Staat wird es nicht richten können. In einer Zeit, in der sich selbst Polizeibeamte erst

einmal Respekt durch pure Masse verschaffen müssen (siehe München vor ein paar Tagen) wird man wenig auf den Staat hoffen dürfen. Obwohl, ein bisschen mehr könnte er schon tun, unser guter Vater Staat: Er könnte seine Justiz auf Vordermann bringen und dafür sorgen, dass nicht nur Temposünder schnell und effizient verfolgt werden. Er könnte seine Polizei kräftig aufstocken und nicht

zu Tode sparen. Er könnte für kleinere Klassen in den Schulen sorgen, die zu mehr Lernerfolg führen. Und er könnte die Kita-Gebühren abschaffen, damit gerade die Familien, wo’s brennt, ihre Kinder auch lieber in die Kita schaffen, wo sie soziale Manieren lernen. Und er könnte sicher noch viel mehr tun. Nur eines sollte er nicht tun: Gesetze verschärfen, an die sich hinterher sowieso keiner hält.

 

Denn soziales Handeln kommt von Einsicht. Und Einsicht setzt ein Mindestmaß an sozialer Kompetenz und Bildung voraus.

Und jetzt? Warten auf den Staat ist keine gute Idee. Was kann der Einzelne im Hier und Jetzt tun? Mit gutem Beispiel vorangehen? Sicher, aber reicht das schon? Ich bin auf Ihre Meinung gespannt. Lassen Sie uns ins Gespräch kommen!

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