Besuch in den Elbaue Werkstätten gGmbH in Torgau

Am vergangenen Montag besuchte ich die Elbaue Werkstätten in Torgau. Diese kümmern sich um Menschen mit Behinderungen und das schon seit vielen Jahren und mit großem Engagement. Rund 312 Angestellte gehören zum betreuenden Personal der Lebenshilfe Torgau Hinzukommen rund 150 Menschen mit Behinderung, die sowohl in der Lebenshilfe, als auch in den Elbaue Werkstätten arbeiten. Dort werden unter anderem in Auftragsfertigung Materialien für die Metall- und Holzindustrie bearbeitet, es gibt eine eigene Wäscherei, Näherei, Druckerei und Gärtnerei. Einige Angestellte der Elbaue Werkstätten arbeiten auch im Außenbereich – 24 davon bei Villeroy und Boch.

 

Zu schaffen macht der Einrichtung der demographische Wandel. Mitarbeiter für die Betreuung der Wohnstätten sind nur schwer zu finden, da im Schichtsystem gearbeitet wird und eine Wohnung in Torgau nötig ist.

 

Angesprochen auf zu lösende Probleme forderte Dr. Roland Kröbel, Geschäftsführer der Lebenshilfe, dass auch behinderte Menschen ein Recht auf Familienplanung haben müssen. Dabei machte er auf den Sachverhalt aufmerksam, dass eine Frau mit Behinderung in Sachsen keinen Anspruch auf die Mutterschaftsgeld-Umlage (U2) hat. Während Mitarbeiter der Einrichtung im Fall einer Schwangerschaft sofort freigestellt werden, erfolgt bei Menschen mit Behinderung im Fall einer Schwangerschaft keine Freistellung: Obwohl sie dem selben Arbeitsumfeld und den gleichen Umweltbelastungen ausgesetzt sind, die bei nicht behinderten Menschen die Sofortfreistellung erzwingen. Eine Ungerechtigkeit, die der Kommunale Sozialverband Sachsen (KVS) zu verantworten hat, der sich damit die U2-Umlage für seine Beschäftigen spart. Ein weiteres Beispiel für die missratene Sparpolitik in Sachsen.

 

Auch eine Ungerechtigkeit: Für behinderte Menschen werden in Sachsen maximal 60 Tage Lohnfortzahlung vom KVS bezahlt. Darauf werden Urlaub und Krankheit angerechnet. Nach Abzug seiner ihm zustehenden Jahresurlaubs von 30 Tagen stehen einem Menschen mit Behinderung also nur noch 30 Tage Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu. Jedem "normalen" Arbeitnehmer stehen von Gesetzes wegen 42 Tage und damit 12 Tage mehr zu. Das verstehe ich nicht!

Kommentare: 4 (Diskussion geschlossen)
  • #1

    Marika Schinkel-Kleinke (Donnerstag, 10 November 2016 21:47)

    Mit Interesse habe ich diesen Beitrag gelesen und bin entsetzt über die ungleiche Behandlung von Menschen mit Behinderung! Das muss dringend geändert werden! SOLIDARISCH – SOZIAL – STARK steht auf der Webseite des KVS - aber die oben geschilderten Fakten führen dieses Motto ad absurdum. Der KVS ist eine Behörde, aber auch sie sollte einen Tarifvertrag haben oder einen Personal- bzw. Betriebsrat, mit dem sie entsprechende Regelungen vereinbaren kann, sofern es nicht bereits Gesetze gibt, die solchen "Spar-Aktionen" einen Riegel vorschieben.

  • #2

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  • #3

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  • #4

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