„Flüchtlingskombi“ – wozu denn bitte?

Gut, dass Frank Kupfer sich um das Thema Integration kümmert – sein jüngster Vorschlag zum „Flüchtlingskombi“ springt dann aber doch ziemlich kurz. Erstens, weil er damit dazu beiträgt, dass Flüchtlinge Einheimischen Lohnkonkurrenz machen. Niemandem ist geholfen, wenn neue Förderinstrumente unsere Gesellschaft noch weiter spalten. Zweitens, weil die Einführung von Mischfinanzierungen aus privater und öffentlicher Hand immer auch ein „Mehr“ an Verwaltung und Bürokratie bedeuten. Das ist das Letzte, was gerade kleine und mittelständische Unternehmen gebrauchen können.

 

Viele Flüchtlinge sind motiviert, ihre Zukunft selbst zu gestalten. Fehlende Sprachkenntnisse dürfen da nicht zur unüberwindbaren Hürde werden. Deshalb ist der  Vorschlag aus der Leipziger Handwerkskammer ein echter Debattenbeitrag: Wir brauchen keine neuen Lohnmodelle, sondern einfach nur die Bereitschaft, Flüchtlinge in das bereits bestehende Ausgleichssystem für Erwerbstätige mit Vermittlungshemmnissen einzubeziehen. Und wir brauchen Anreize für Unternehmen, jungen Migranten eine Chance zu bieten. Staatlich subventioniertes Lohndumping ist dafür der falsche Weg.

 

Hintergrund:

 

In einem Interview mit der LVZ regte der Vorsitzende der sächsischen CDU-Landtagsfraktion Frank Kupfer einen Kombilohn für Flüchtlinge an. Dadurch sollen Arbeitgeber davon entbunden werden, Mindestlohn zu zahlen. Eine öffentliche Förderung gleicht den Minderbetrag aus. In Kupfers Beispielrechnung waren das 2,84 Euro, um Arbeitgebern zu ermöglichen, Flüchtlinge mit nur 6,00 Euro zu entlohnen. Leipzigs Handwerkskammerpräsident Claus Gröhn schlug hingegen vor, Flüchtlinge in die bestehenden Ausgleichssysteme für Menschen mit Vermittlungshemmnissen einzubeziehen.

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