Echte Rentenanpassung muss auf Lohnangleichung zielen

Natürlich ist es ein wichtiger Schritt in Richtung vollzogener deutscher Einheit, wenn es nach über einem Vierteljahrhundert gelingt, bis zum Jahr 2025 das Niveau ostdeutscher Bestandsrenten an das westdeutscher Rentner anzugleichen.

 

Wir dürfen dabei bloß nicht aus den Augen verlieren, dass unser Rentensystem solidarisch funktioniert. Und wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass es nur erfolgreich weiterbesteht, wenn wir an eben dieses solidarische Prinzip nicht die Axt anlegen. Mit dem aktuellen Neuregelungsvorschlag aus dem Bundessozialministerium wird endlich das möglich, was so lange ausstand: die verdiente Altersrente vieler Menschen in den neuen Ländern endlich besserzustellen.

 

Arbeit ist Arbeit und in Ost wie West gleich wertzuschätzen. Solange die aktuellen Ostlöhne allerdings noch immer niedriger als Westlöhne ausfallen, bedarf es jedoch einer Korrektur. Sonst werden die heute im Osten arbeitenden Menschen benachteiligt. Unser Ziel muss deshalb sein, dass sich nicht nur die Renten in Ostdeutschland dem gesamtdeutschen Niveau anpassen, sondern auch die Löhne und Gehälter. Solange wir das nicht erreicht haben, vertagen wir auch mit dem jetzt gemachten Rentenvorschlag die Gerechtigkeitsfrage nur von jetzt auf später.

 

 

Hintergrund

 

Ein Gesetzesentwurf von Bundessozialministerin Nahles sieht vor, dass bis 2025 Renten in Ostdeutschland schrittweise an das westdeutsche Niveau angeglichen werden sollen. Mit der Anpassung wird 2018 begonnen. Finanziert werden soll das Vorhaben durch die

Beiträge zur Rentenversicherung, Steuern sowie die Anhebung des Rentenzuschusses durch den Bund. Parallel wird die bisherige rentenbezogene Höherbewertung von Gehältern und Löhnen in den neuen Bundesländern schrittweise zurückgefahren.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0