In Taucha lernt man nette Leute kennen

In dieser Woche stand für mich die Landwirtschaft an erster Stelle. Am Dienstag hospitierte ich bei Jürgen Barth, dem agrarpolitischen

Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt. Jürgen ist gelernter Landwirt. Von ihm habe ich von den vielen Problemen erfahren, die unsere Landwirte beschäftigen und für die Lösungen gefunden werden müssen. Ich werde dazu in den kommenden Tagen und nach weiteren Gesprächen mit Landwirten aus Nordsachsen gern berichten. Für mich steht fest: Unsere Landwirte sind das Rückgrat unserer Ernährung und verdienen unsere Unterstützung.

 

Außerdem war ich wieder in Taucha unterwegs. Dort habe ich einen jungen Mann kennen gelernt, der gern Mitglied unserer Partei werden möchte. Er hat mir sehr politische Fragen gestellt. Zum Beispiel, wie man die Grundlinien sozialdemokratischer Politik beschreiben würde. Ich war wirklich beeindruckt, mit welcher Ernsthaftigkeit der junge Mann gefragt hat, wir haben immerhin fast 2 Stunden gesprochen. Jetzt drücke ich die Daumen, dass er sich den letzten Ruck gibt und ein Teil von uns wird.

 

In Taucha habe ich auch mit einem Handwerksmeister gesprochen, der mir sehr ernsthaft seine Probleme mit Bürokratie erklärt hat.

Dabei sind wir auf – Achtung, jetzt wird’s trocken – das Umsatzsteuerrecht am Bau gekommen. Dort kehrt sich die Umsatzsteuerzahllast um. Nicht der Auftragnehmer muss die Umsatzsteuer abführen, sondern der Auftraggeber. Damit er das tut, muss der Auftraggeber 15% der Bauleistung einbehalten. Es sei denn der Auftragnehmer legt eine Freistellungsbescheinigung vor. Dann darf er vollständig bezahlen, es sei denn, die Freistellungsbescheinigung wurde zwischenzeitlich widerrufen, was er im Internet nachprüfen muss. Das ist gelinde gesagt Irrsinn!

 

Ich weiß, dass der Umsatzsteuerbetrug am Bau früher eine Bedeutung hatte. Aber ich bin sicher, es gibt intelligentere Wege, dem Betrug vorzubeugen. Der bürokratische Wahnsinn, der allen Handwerksbetrieben am Bau hier auferlegt wird, ist für mich nicht nachvollziehbar. Da wird eine ganze Branche für einige wenige schwarze Schafe in Mithaft genommen. Da muss sich was ändern!

 

Am Abend war ich bei der IG Merkwitz zu Gast. Merkwitz ist eine schöne Gemeinde in Taucha. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und wir haben über die große und kleine Politik gesprochen. Hier wurde auch die Frage gestellt, wie ich zur B87n stehe. Nachdem Leipzig die Nordumfahrung ausgeschlossen hat und Taucha für sich die Südumfahrung ausschließt, muss es eine neue dritte Lösung geben. Aus meiner Sicht ist jetzt Taucha am Zug, einen konsensfähigen neuen Vorschlag zu vorzustellen. Ich bin mir auch sicher, dass dies gelingen wird.

 

Zum Abschluss habe ich mit Roland Wagner noch eine kleine Tischtennisrunde gespielt. Und ja, ich bin klang- und sanglos abgeschmiert mit 11:2. Aber Spaß hat’s gemacht und eines ist klar: Die Merkwitzer sind eine dufte Truppe. ich habe mich gefreut, Euch kennen gelernt zu haben.

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