Altersarmut verhindern

Die Torgauer Zeitung befragt wöchentlich die Kandidaten zu bestimmten Themen. In dieser Woche geht es um die Vermeidung von Altersarmut. Ich veröffentliche hier mein Statement.

Die Angst vor Altersarmut ist an meinen Wahlständen das beherrschende Thema. Wir brauchen langfristige Lösungen und kurzfristige Hilfe für Betroffene.

 

Ich bin für ein Rentensystem nach österreichischem Vorbild, in das alle einzahlen, auch Beamte und Politiker. Das Solidarprinzip muss erhalten bleiben. Dafür müssen mehr Kinder geboren werden und die Löhne steigen. Deshalb ist die kinderfreundliche Familienpolitik der SPD ein wichtiger Baustein, die Altersarmut in der Zukunft vermeiden hilft.

 

Höhere Löhne sind der zweite Schlüssel. Der von der SPD vor 2 Jahren erzwungene Mindestlohn war ein erster Schritt. Er hat zu den größten Rentensteigerungen der vergangenen 20 Jahre geführt. Wer Altersarmut verhindern will, braucht Lohngerechtigkeit heute. Dafür

werden wir die Tarifbindung stärken. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit für Männer und Frauen vermindert das Altersarmutsrisiko von Frauen.

 

Altersarmut ist auch für Selbständige gefährlich. Sofern sie nicht in einem Versorgungswerk abgesichert sind, werden wir sie in die Solidargemeinschaft der gesetzlichen Rentenversicherung aufnehmen. Kurzfristig wird die SPD mit der Solidarrente dafür sorgen, dass Menschen nach einem langen Berufsleben eine Rente haben, die mindestens 10% über der Grundsicherung liegt. Für alle, bei denen die

Gesundheit nicht mehr mitmacht, werden wir die Erwerbsminderungsrente verbessern. Helfen würde auch eine Anhebung des Steuerfreibetrages. Ich bin dafür!

 

Außerdem brauchen wir für die Rentner in Ostdeutschland eine Rente, welche die Lebensleistungen würdigt. Unter anderem im Tagebau oder bei der ehemaligen Reichsbahn haben damalige Mitarbeiter Betriebsrenten abgeschlossen, die für die heutige Rente kaum oder nicht angerechnet werden. Das ist für die Betroffenen nicht nur menschlich bitter, sondern wirtschaftlich für viele eine Katastrophe. Die SPD will dafür eine Gerechtigkeitsrente, die zumindest teilweise Einkommensverluste ausgleicht. Damit zeigen wir als Gesellschaft sehr

klar: Ihre Lebensleistung ist uns etwas wert.