Interview für die LVZ Nordsachsen

Die Fragen stellte Frank Pfütze.

1. Wo sehen Sie den größten Nachholbedarf in Nordsachsen?

Die Straßenbauprojekte, z.B. die B87 mit Ortsumfahrungen müssen dringend beschleunigt werden, wir brauchen mehr Verbindungen und günstigere Preise bei Bus und Bahn, schnelles Internet in jedem Ortsteil und ein Programm für neue Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Wir brauchen Nachwuchs von Landärzten, um die medizinische Versorgung zu sichern. Der ländliche Raum soll zum Wohnen und Arbeiten einladen.

 

2. Wie wollen Sie glaubwürdige Bundespolitik für Nordsachsen machen?

Wenn ich ein offenes Ohr für Eltern haben will, hilft es, selbst Familienmensch zu sein. Wenn ich mit Handwerkern über Bürokratieabbau spreche, muss ich die Zusammenhänge im Betrieb verstehen. Ich halte mich mit Versprechungen zurück und glänze dann lieber

durch Leistung. Wer mich kennt, weiß das. Und schließlich: Direktkandidaten repräsentieren den Wahlkreis, ich lebe und arbeite in Nordsachsen.

 

3. Asylpolitik bleibt ein Aufreger-Thema, wieviel Integration verträgt Nordsachsen?

Wer sich integrieren will, unsere Sprache lernt, Arbeit sucht und sich an unsere Regeln hält, ist willkommen. Integration dieser Art brauchen wir deutlich mehr. Wer unsere Regeln verletzt oder uns gar schaden will, muss gehen. Ohne Wenn und Aber. Ich will, dass wir

Asylverfahren von Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen trennen. Dafür brauchen wir endlich ein Einwanderungsgesetz.

 

4. Wo muss der Bund die Landkreise mehr entlasten und damit unterstützen?

Arbeitsplätze entscheiden über die Zukunft des ländlichen Raums wie unserem. Wo keine Arbeit ist, da will auch niemand leben. Deshalb brauchen wir die Stärkung kleiner und mittelständischer Betriebe. Außerdem muss das Henne-Ei-Problem mit dem ÖPNV mit Unterstützung des Bundes gelöst werden. Wir brauchen erst mehr Verbindungen und günstigere Fahrpreise, dann werden Bus und Bahn auch mehr genutzt.

 

5. Die Region Delitzsch-Eilenburg profitiert mehr von der Nähe zu Leipzig als die Region Oschatz-Torgau. Wie wollen Sie verhindern, dass der Südosten des Landkreises abgehängt wird?

Das beschäftigt mich sehr. Torgau mit seiner reichen Kultur soll zum touristischen Aushängeschild werden. Der gesamte Torgau-Oschatzer Raum kann touristisch viel mehr, wenn man ihn ganzheitlich denken würde. Dazu will ich beitragen. Außerdem lebt die Region von Landwirtschaft, die ich besser fördern will. Meine Großeltern waren Neubauern, da habe ich ein besonderes Verhältnis zur Landwirtschaft.

 

6. Welches Thema brennt Ihnen auf den Nägeln, das Sie mit nach Berlin nehmen und dort ansprechen würden?

Die Rente! Ich will ein Rentensystem nach österreichischem Vorbild, in das alle einzahlen. Ein Altern in Würde ohne Altersarmut muss in unserem reichen Land für alle möglich sein! Langfristig brauchen wir mehr Kinder und höhere Löhne. Deshalb sind die kinderfreundliche

Familienpolitik der SPD sowie mehr reguläre, fair bezahlte Arbeitsplätze so wichtig.

 

7. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich für Nordsachsen wünschen?

Ich wünsche mir für ganz Deutschland wieder ein einheitliches Schulsystem mit gemeinsamem Lernen bis zur 8. Klasse. Dafür trete ich an. Für Nordsachsen wünsche ich mir die modernsten Schulen, in denen sich Schüler und Lehrer wohl fühlen. Die von der SPD

vorgeschlagene nationale Bildungsallianz ist ein erster Schritt, um aus Wünschen Wirklichkeit zu machen. Schon dafür lohnt es sich, SPD zu wählen.

 

8. Warum sollten die Menschen in Nordsachsen ausgerechnet Sie wählen?

Ich lebe und arbeite in Nordsachsen. Beim Aufbau meines Unternehmens habe ich viele Erfahrungen gesammelt. Als Stadtrat kenne ich die Kommunalpolitik. Unsere Gesellschaft braucht mehr als Gesetze, sie braucht Anstand und Wertschätzung des Anderen. Das steht in

keinem Gesetz. Es muss vorgelebt werden. Und das werde ich tun. Ich will mit Glaubwürdigkeit und Erfahrung Verantwortung übernehmen.