Was will die Jugend?

Die Torgauer Zeitung bat um eine Stellungnahme zum Thema "Was will die Jugend?". Hier finden Sie mein Statement.

Was Jugend will, weiß vermutlich die Jugend am besten selber. Ich drehe deshalb die Frage in die Richtung „Wie können wir Jugend

unterstützen?“. Wir brauchen in unseren Schulen einheitliche Standards. Das meint nicht nur die Vergleichbarkeit der Lehrpläne, sondern auch die räumliche und technische Ausstattung von Schulen. Kinder in Arzberg, Dommitzsch oder jedem anderen Ort haben ein Recht auf die gleichen Chancen wie Kinder in Dresden.

 

Natürlich orientiert man sich beim gemeinsamen Standard an den Besten, alles andere wäre Nonsens. Ich bin für ein bundeseinheitliches Schulsystem. Schüler sollen überall in Deutschland gemeinsam bis zur 8. Klasse lernen und anschließend entweder einen Oberschulabschluss machen oder das Abitur ablegen.

 

Um dem Facharbeitermangel wirksam zu begegnen, muss die Wertschätzung gegenüber Ausbildungsberufen wieder wachsen. Dafür brauchen wir starke Berufsschulen, in die der Bund stärker investieren soll. Das geht nur mit der SPD. Die Berufsschulen müssen den wachsenden technologischen und inhaltlichen Ansprüchen der Arbeitswelt besser gerecht werden – und das am Ende nicht zulasten der Auszubildenden oder der Lehrkräfte.

 

Außerdem wird sich die SPD für eine Mindestausbildungsvergütung analog zum Mindestlohn einsetzen. Das hilft der Jugend, schneller unabhängig von ihren Elternhäusern zu werden.

 

Wir wollen jedem Kind die Türen zu guter Bildung öffnen. Weder Geld noch Herkunft dürfen eine Rolle spielen. Deshalb machen wir Bildung gebührenfrei. Und zwar von der Kita über die Ausbildung und das Erststudium bis zum Master und zur Meisterprüfung. Damit schaffen wir gleiche Chancen und investieren in die Zukunft.

 

Ein guter Start ins Berufsleben ist das eine. Was wir aber noch brauchen, sind gute Modelle, die die Vereinbarkeit von Beruf und Familie stärken und junge Menschen nicht in ein „Entweder-Oder“ treiben. Nur, wenn wir auch in den Unternehmen familienfreundlicher denken, haben wir auf Sicht als  Industriegesellschaft eine Zukunft. Dazu wird das Familiengeld und das garantierte Rückkehrrecht in die Vollzeit nach freiwilliger Teilzeit beitragen.

 

Sozialdemokratische Politik setzt damit den Rahmen für guten Start ins Berufsleben.