Mangel (nicht nur) auf dem Land

Der Fachkräftemangel schlägt im ländlichen Raum viel eher und härter zu. Er wird, wenn man ihm nicht begegnet, zur Verlagerung von Abteilungen und im schlimmsten Fall zur Schließung ganzer Standorte führen. 

Zuzug kommt nicht von selbst

Die Politik sehe ich in der Verantwortung, die Rahmenbedingungen für einen Zuzug von Menschen aus der Stadt ins Land zu schaffen kann. Damit das gelingt, müssen die Städte und Gemeinden wieder attraktiv für Familien sein. Das fängt beim Kita-Platz und ortsnaher Schule an, geht über Einkaufsmöglichkeiten, ärztliche Versorgung bis hin zu schnellen und preiswerten Anbindungen mit Bus und Bahn in die Ballungszentren. Eine zentrale Rolle spielt auch schnelles Internet auf dem Land. Machen wir uns nichts vor: Der Kollaps der großen Städte und die Verödung ganzer Landstriche hängen zusammen.


In Heimat investieren

Wenn wir uns dieses Problems nicht annehmen und nicht kräftig in unsere Städte und Gemeinden auf dem Land investieren, wird der Prozess der Entvölkerung auf dem Land nicht gestoppt werden und die Firmen werden noch größere Probleme bekommen. Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel auf

dem Land begegnet man daher auf lange Sicht nur mit Investitionen in die

Gemeinden, zum Beispiel dem Offenhalten oder Wiedereröffnen von Schulen.


Unternehmen auf dem Land fördern

Warum nicht mit einem Lohnkostenzuschuss, um mit den Löhnen in der Großstadt konkurrieren zu können? Voraussetzung wäre, dass das Geld auch beim Arbeitnehmer ankommt und der Lohn vorher nicht künstlich gedrückt wird. Oder im Klartext: Es geht um höhere Löhne, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und um auch deutlich zu sein: Nicht für die Ewigkeit, sondern für eine Übergangszeit, um diese Transformation zu begleiten. Die Unternehmer selbst stehen in der Verantwortung, ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen und wettbewerbsfähige Löhne zu bezahlen.


Jugend fördern

Damit sich Schüler wieder mehr für handwerkliche Berufe entscheiden, muss die Technikausbildung grundlegend überdacht werden. Beispielweise könnte man kommunale technische Zentren einrichten, in denen interessierte Jugendliche an Technikentwicklung herangeführt werden. Die Idee ist nicht neu, früher nannte man es „Stationen junger Techniker und Naturforscher“. Außerdem muss der Lernort Berufsschule gestärkt werden. Die SPD wird das tun und gemeinsam mit den Ländern Berufsschulen besser ausstatten und mehr Lehrkräfte zur Verfügung stellen.