Schnelles Internet

Die Versorgung mit schnellem Internet ist allen ein Bedürfnis, egal wie groß die eigene Gemeinde ist. Ich will für eine Versorgung aller Ortsteile und Gewerbegebiete in Nordsachsen sorgen, damit Arbeitsplätze im ländlichen Raum gehalten werden können und neu entstehen. Schließlich ist schnelles Internet die Bedingung, um künftig auch von Zuhause aus arbeiten, ein Fernstudium am Bildschirm wahrnehmen  oder von der Tele-Medizin profitieren zu können. Dafür müssen bereits heute die Grundlagen mit einem möglichst breiten Netzausbau geschaffen werden.

 


Zeitplan

Warum stellt sich Deutschland, eines der reichsten Länder dieser Erde, eigentlich so wenige ehrgeizige Ziele? Warum sagt eigentlich niemand: "Ich will, dass Deutschland in 10 Jahren die fortschrittlichste IT-Infrastruktur der Welt hat!" Als die Zeit der Eisenbahn begann, haben unsere Altvorderen genau das getan und haben damit die Basis für den schnellen Austausch von Waren gelegt und das industrielle Zeitalter eingeläutet. Tun wir es ihnen nach: Nehmen wir uns vor, dass Deutschland in 10 Jahren die schnellste und sicherste IT-Infrastruktur der Welt hat! Ich bin dabei!

Für Nordsachsen bedeutet es, dass in spätestens 5 Jahren alle Orte und Ortsteile angeschlossen sind. Je eher, desto besser!

MOBIL vs. FEST

Auch der Mobilfunk muss weiter entwickelt werden. An vielen Orten in Nordsachsen ist leider noch Funkstille oder die Bytes laufen mit den Schnecken um die Wette (EDGE).

Nicht jeden Ort in Nordsachsen werden wir mit Kabel-Internet versorgen können. Dann kommen mobile Brücken mit 4G/5G in Frage, deren Bandbreite ausreichend zu dimensionieren ist. Und den Nutzern müssen vernünftige Tarife angeboten werden, die mit den Kabeltarifen vergleichbar sind. Für mich ist Internet ein Stück Daseinsvorsorge, die zwar bezahlt werden muss (wie Wasser und Strom auch), aber die eben auch bereit gestellt werden muss. Das Recht auf eine bestimmte Technik (Kabel/Funk) gibt es jedoch nicht.

Was passiert jetzt?

Der Landkreis Nordsachsen inves­tiert bereits in seinen Breitbandausbau. In den Kommunen Liebschütz­berg, Naundorf und Oschatz soll der Breit­band­ausbau ab 2018 reali­siert werden. Aktuell läuft dafür die europaweite Ausschrei­bung.  Der Landkreis investiert dafür 97 Millionen Euro aus einer Bundesförderung. Damit ist ein guter Anfang gemacht. Aber das reicht noch nicht. Trotzdem zolle ich der Kreisverwaltung und den beteiligten Kommunen großen Respekt, die hier in kurzer Zeit eine Mammutaufgabe stemmen.


jetzt wird's technisch: Glasfaser oder Vectoring?

Kurz zum Verständnis. Glasfaser ermöglicht den Zugang zum Internet in völlig neuen Geschwindigkeitsdimensionen, denn die Datenübertragungsrate ist um ein Vielfaches höher als bei herkömmlichen DSL-Anschlüssen: Bis zu 300 Megabit pro Sekunde im Download sind stellenweise schon möglich, selbst beim Upload sind es 100 Mbit/s. Mit Vectoring dagegen erreicht man "nur" 100 Mbit/s, was aber auch nicht schlecht ist. Wenn der Netzausbau schnell voran gehen soll, brauchen wir Vectoring. Allerdings ist die Entscheidung, welche Breitband-Technologie eingesetzt wird, grundsätzlich eine unternehmerische Entscheidung. Sie wird weder von der Politik noch von der Regulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) getroffen. Im Hinblick auf den wachsenden Bedarf wird es verstärkt darauf ankommen, die Glasfaserinfrastruktur weiter nach vorne zu bringen. Von daher freut mich, dass die bisher erfolgten Zuschläge beim sehr erfolgreichen Förderprogramm des Bundes zu 70 Prozent an Glasfaser-Projekte gegangen sind. Es ist das richtige Signal, dass nach dem Regierungsentwurf zum Bundeshaushalt 2017 über die bisher vorgesehenen 2,1 Milliarden Euro weitere 1,3 Milliarden Euro zur Förderung des Breitbandausbaus zur Verfügung gestellt werden sollen.